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Meldung


18.03.2008 08:54
Ackermann fleht Staat um Hilfe an
Jetzt, da die Finanzkrise nicht mehr zu leugnen und schönzureden ist, rufen selbst Bankmanager nach dem Staat. Bei Bear Stearns hat es schon funktioniert. Doch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will noch mehr.
Bild zum Artikel Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann 

Getreu dem Motto "Die Gewinne werden privatisiert, die Verluste sozialisiert" rief Ackermann Regierungen und Zentralbanken zu "mutigen Schritten" gegen die Finanzmarktkrise auf. Auf einem Treffen von Finanzexperten in Frankfurt am Montagabend sagte er, die Regierungen weltweit müssten an einem Strang ziehen, um einen Teufelskreis zu verhindern.

Der Staat soll es richten
Überraschenderweise erteilte der Chef eines rund 35 Milliarden Euro schweren Dax-Konzerns dem Neoliberalismus eine Absage: Er selbst glaube hier nicht allein an die Selbstheilungskräfte des Marktes. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann am Montag in Frankfurt. Der Deutsche-Bank-Chef forderte Regierungen und Zentralbanken zu konzertierten Aktionen auf, um das Vertrauen in die globalen Finanzmärkte wieder herzustellen.

Unterstützung erhält Ackermann dabei auch von seinem Chefvolkswirt Norbert Walter: "Wir brauchen die Neuordnung und eine Neubesinnung auch bei den Regulatoren der Finanzmärkte", sagte Walter den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" (Dienstagsausgabe). Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Krise erteilte er eine Absage: "Vor Ende 2009 werden die Turbulenzen nicht zu Ende sein."

Wie hat die Deutsche Bank die Krise überstanden?
Laut ihren Büchern hat die Deutsche-Bank die Finanzkrise bislang relativ glimpflich überstanden. Trotzdem bekamen auch Deutsche-Bank-Aktien den Vertrauensverlust der Anleger in Finanztitel zu spüren. Allein seit Jahresbeginn büßte die Deutsche-Bank-Aktie rund ein Viertel ihres Wertes ein.

Anleger werden allerdings erst am 29. April erfahren, ob diese pessimistischen Erwartungen gerechtfertig waren und die Deutsche Bank sich wie andere große Investmentbanken auch auf dem US-Hypothekenmarkt verspekuliert hat oder nicht. Dann legt das größte deutsche Finanzinstitut nämlich seinen Bericht für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres vor.

Politik der Verantwortungslosigkeit
In den USA haben die Bankenmanager bereits äußerst erfolgreich nach dem Staat gerufen. So hatte die US-Notenbank Fed den Notverkauf der vor dem Konkurs stehenden Investmentbank Bear Stearns an die drittgrößte US-Bank JPMorgan Chase durch einen Kredit in Höhe von 30 Milliarden Dollar abgesichert.

JPMorgan trägt damit nahezu keine Risiken, im Zweifelsfall muss der US-Steuerzahler die Rechnung bezahlen. Marktbeobachter kritisieren allerdings, dass eine solche Politik die Unternehmen zu einem mangelnden Risikobewusstsein und zur Verantwortungslosigkeit verleitet.

ag
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