Beim Staunen beließen es die Anleger hingegen nicht: Sie verkauften die Aktien, die an der Wiener Börse zeitweise fast drei Prozent einbüßten. Auf Jahressicht gesehen besteht allerdings noch kein Grund, sich zu beschweren Intercells Börsenwert stieg 2009 bislang um rund ein Fünftel.
Ob die positive Entwicklung des Börsenkurses in diesem Tempo weitergeht, dürfte nun etwas fraglicher werden: Das Unternehmen stellt sich nach eigenen Angaben auf einen Verlust im laufenden Jahr ein, angestrebt war bislang ein Gewinn. Der Verlust weitete sich von 5,1 Millionen auf 14,7 Millionen Euro aus. Der Umsatz stieg im dritten Quartal dagegen von 7,6 Millionen im Vorjahr auf 9,2 Millionen.
Markteinführung mit Hindernissen…
Ein Grund für die unerwartet schwachen Zahlen sind Probleme bei der Markteinführung des ersten eigenen Impfstoffs Ixiario: Das Produkt soll vor der Japanischen Enzephalitis (JE) schützen - eine durch Viren ausgelöste Tropenerkrankung, die vor allem in Ost- und Südostasien vorkommt und auch tödlich verlaufen kann. Die Symptome ähneln einer Grippe.
Die Verkäufe verlaufen aber nur schleppend. Wenig verwunderlich, da Intercell das Produkt in der Hälfte der Länder, in denen Ixiaro schon zugelassen ist, noch nicht anbieten könne, wie das Unternehmen mitteilte.
und hohe Produktionskosten
Experten waren von den Startschwierigkeiten überrascht: "Man konnte annehmen, dass das schneller gehen wird", sagte Katharina Kastenberger von der Unicredit. "Vielleicht waren die Erwartungen an Markteinführung überzogen", sagte Daniel Damaska von der Centrobank. Ins Auge fielen auch die hohen Produktionskosten für Ixiaro: Bei Verkäufen von 2,7 Millionen Euro fielen Kosten von rund vier Millionen Euro an.
Um das Potenzial des Medikamentes voll zu entwickeln, kündigte Intercell unter anderem an, sich in den betreffenden Ländern verstärkt für nationale Impfempfehlungen zu engagieren ein Weg, der erfolgversprechend sein könnte, wie aktuelle Erfahrungen der Pharmakonzerne mit der Schweinegrippe in Europa beweisen.
Vom Vorstand zum Berater
Ob der Offensive aber tatsächlich ein Erfolg beschieden sein wird, kann zumindest Alexander von Gabain nicht mehr in seiner Position als Forschungsvorstand erleben. Er habe sich, so heißt es in der Pressemitteilung, für einen Wechsel "hin zu einer weniger operativen Rolle entschieden".
Der Rat des ehemaligen Vorstandschefs soll aber weiter gefragt sein: Er bleibe im Unternehmen tätig und stehe Vorstand und Aufsichtsrat als strategischer Berater weitere drei Jahre zur Verfügung.
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