Man kann nicht oft genug warnen: Es gibt für die Aktionäre nichts zu feiern bei Escada! Trotzdem hält das Kursfeuerwerk an. Die Escada-Aktie steigt und steigt, seit am Donnerstagabend bekannt wurde, dass sich die indische Milliardärsfamilie Mittal bei Escada einkauft. Von 0,51 Euro am Donnerstag schießt der Kurs am Freitag bis auf 0,70 Euro und heute sogar bis auf 2,03 Euro in der Spitze. Eine Vervierfachung in nur zwei Tagen.
Mittal kauft das Tafelsilber
Zocker treiben die Aktie damit auf einen höheren Kurs als noch vor der Pleiteankündigung Anfang August. Doch Experten warnen: Zu Jubelstimmung gibt es keinen Anlass. Denn Mittal kauft nur die Vermögenswerte, ein so genannter Asset Deal.
Der Kurs explodiert aber, als ginge es um eine tatsächliche Übernahme. Als wäre Mittal bereit, die gesamte Aktiengesellschaft über den Kauf von Anteilsscheinen zu erwerben. Doch dem ist nicht so - auch wenn dies in den Medien mehrheitlich so formuliert wird.
Der Schuldenberg wird nur minimal kleiner
Nun könnte man argumentieren: Das Geld, das Mittal für die Vermögenswerte zahlt, fließt ins Unternehmen und steigert damit den Wert der Aktie. Doch Vorsicht: Von dem Geld müssen erst einmal die Ansprüche aller Gläubiger befriedigt werden. Wenn dann noch Geld übrig bliebe, hätten auch die Aktionäre was davon. Wegen des riesigen Schuldenbergs des Damenmodekonzerns ist damit aber nicht zu rechnen.
Was Mittal für das Escada-Tafelsilber zahlt, ist nicht bekannt. In Presseberichten wurde von 30 Millionen Euro gemunkelt. Doch allein die bis 2012 laufende Escada-Anleihe ist 200 Millionen Euro schwer.
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