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Eigenkapitalforum 2009


09.11.2009 17:09
Homag: Noch ist der Wurm drin
von Andreas Braun
Der Spezialist für Maschinen für die Holzverarbeitung kann nach dem Konjunktureinbruch allenfalls einen Silberstreif am Horizont erkennen. Auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt macht Homag-Chef Rolf Knoll keine großen Hoffnungen.
Bild zum Artikel Homag-Zentrale in Schopfloch 

Auch Weltmarktführer können in arge Nöte geraten – dann nämlich, wenn der Weltmarkt selbst in die Knie geht. So musste es im vergangenen Jahr auch die Homag Group erleiden, die als Marktführer in Sachen holzverarbeitende Maschinen und Produktionsanlagen gilt. "Wir sind von der Rezession überraschend schwer getroffen worden", gesteht Vorstandschef Knoll am Montag gegenüber den Investoren und Analysten ein.

Und das, obwohl das Geschäft von Homag ohnehin als stark zyklisch gilt und das Management auf einen "normalen" Rückgang im Ordervolumen im vierten Quartal des vergangenen Jahres schon eingestellt war. Was unmittelbar nach der Lehman-Pleite in den USA folgte, stellte aber alles bislang Dagewesene in den Schatten. Das Ordervolumen halbierte sich binnen kurzer Zeit und sorgte dafür, dass Homag nach Umsätzen im laufenden Jahr noch hinter die Erlöse von 2004 zurückfallen wird, fünf Jahre boomendes Wachstum sind ad acta gelegt.

Asien statt Nordamerika
Im zweiten Quartal 2009 und wohl auch im dritten Dreimonatszeitraum haben die Kundenbestellungen wieder zugelegt, und Knoll ist guter Hoffnung, das es "auch im vierten Quartal weiter leicht aufwärts geht". Vor allem die Nachfrage aus Asien zieht inzwischen spürbar an, dafür hat der Markt in den USA fast "aufgehört zu existieren", auch einzelne Regionen in Europa wie Großbritannien und Spanien schwächeln im globalen Umsatzdiagramm des SDax-Unternehmens.

Immerhin konnte der Weltmartanteil in der Krise von 24 auf 26 Prozent ausgebaut werden, der Umsatzkuchen insgesamt ist freilich deutlich kleiner geworden. Homag hat mit drastischen Einsparungen auf die Situation reagiert und wird seine Belegschaft von einst 5.900 auf 4.400 Stellen im Jahr 2010 eindampfen.

Zweites Halbjahr besser als erstes
Dass die eingeleiteten Maßnahmen noch eine schwarze Null unter der Jahresbilanz ermöglichen können, glaubt Vorstandschef Knoll nicht: "Wir denken, dass das zweite Halbjahr 2009 besser ausfallen wird als das erste", doch von Januar bis Juni lag der Umsatz um rund 46 Prozent unter Vorjahresniveau, und ein Nettoverlust von fast 20 Millionen Euro steht in der Bilanz.

Die Krise zu bewältigen wird den Maschinenbauer noch Jahre kosten, 2009 wird per Umsatz noch rund 40 Prozent unter dem Vorjahr liegen. "Im Jahr 2010 wollen wir dann wieder eine Steigerung bei den Erlösen erreichen. In einem zweiten Schritt gehen wir dann die Ertragsseite an", so der Manager. Zu deutsch: Weitere Verluste sind auch im Jahr 2010 nicht ausgeschlossen. Homag wird noch lange kleinere Brötchen backen müssen.

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