Statt des prognostizierten Rückgangs um fünf bis zehn Prozent geht Eon jetzt davon aus, dass der bereinigte Konzernüberschuss nur drei bis fünf Prozent unter Vorjahresniveau fallen wird. Das operative Ergebnis (Ebit) dürfte sogar unverändert bleiben. In den ersten neun Monaten hat Eon ein bereinigtes operatives Ergebnis von 7,66 Milliarden Euro erwirtschaftet, lediglich 45 Millionen Euro weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der bereinigte Konzernüberschuss liegt unverändert bei 4,5 Milliarden Euro. Ohne Währungseffekte, die das Ergebnis aus Großbritannien und Schweden mindern, wäre das Ergebnis sogar besser als im Vorjahr, versichert der Konzern, obwohl die Umsätze im Strom- und Gasgeschäft zurückgegangen sind, auf 59,3 Milliarden Euro (minus zwei Prozent).
Grund für die überraschend robusten Zahlen ist die erstmalige Konsolidierung von Aktivitäten in Frankreich und Rumänien. Dadurch konnten der krisenbedingt geringere Stromverbrauch sowie Stillstände bei Kraftwerken ausgeglichen werden. Auf den neuen Märkten, zu denen auch Russland, Italien und Spanien gehören, haben zusammen mit dem Bereich erneuerbare Energien 732 Millionen Euro zum operativen Ergebnis in den ersten neun Monaten beigesteuert.
Einbußen im Gasgeschäft
Zudem habe der Konzern auch von Preiserhöhungen und Sparmaßnahmen profitiert, so Eon. Besonders kräftig verdiente Eon zudem im Stromhandel. Dieser Bereich trägt mit 803 Millionen Euro zum operativen Ergebnis bei.
Deutliche Einbußen musste Eon vor allem im Gasgeschäft hinnehmen. Das operative Ergebnis dieses Bereichs brach um ein Drittel ein auf 1,4 Milliarden Euro. Als Ursache gibt der Konzern den krisenbedingten Absatzrückgang sowie geringere Transportentgelte und geringere Margen im Gashandelsgeschäft an. Auch in Großbritannien gingen die Aktivitäten des Konzerns im Strom- und Gasgeschäft deutlich zurück. Dagegen erzielte Eon auf dem europäischen Kontinent ein unverändertes operatives Ergebnis von 3,7 Milliarden Euro.
Hochspannungsnetz verkauft
Gestern wurde bekannt, dass Eon zum Jahresende sein Höchstspannungsnetz in Deutschland an den staatlichen niederländischen Netzbetreiber Tennet verkaufen wird, für 1,1 Milliarden Euro. Damit hat der größte deutsche Energiekonzern seine Kriegskasse auf rund sechs Milliarden Euro aufgebessert. Neben dem Verkauf des Höchstspannungsnetzes hat sich Eon seit Jahresbeginn auch von den Thüga-Beteiligungen getrennt und damit Erlöse von insgesamt rund fünf Milliarden Euro erzielt. Bis Ende 2010 will der Strom- und Gaskonzern zehn Milliarden Euro zur Stärkung der Bilanz und für weitere profitable Wachstumsschritte erzielen.
Sparprogramm geht weiter
Gut voran kommt Eon nach eigenen Angaben mit seinem Sparprogramm, das dem Konzern bis Ende 2011 jährlich Entlastungen von 1,5 Milliarden Euro bringen soll. Ohne betriebsbedingte Kündigungen will das Unternehmen dabei mehrere Tausend Stellen einsparen. Genaue Zahlen sind nicht bekannt.
Analysten loben die Zahlen
DZ-Bank-Analyst Mario Kristl bezeichnete die Zahlen als trotz der Wirtschaftskrise gut. "Operativ ist E.ON weiter auf dem richtigen Weg." An der Börse kommen die Zahlen gut an. Die Eon-Aktie legt um knapp zwei Prozent zu, muss einen Platz als größter Gewinner im Dax aber abgeben. Auch M.M.Warburg-Analyst Ulrich Huwald lobte ebenfalls die angehobene Prognose für den bereinigten Nettogewinn. "Dass Eon nur noch einen leichten Rückgang von einem ohnehin sehr hohen Vorjahresniveau erwartet, ist im aktuellen Umfeld sehr positiv", sagte der Experte.
Gut sei auch das stabile operative Ergebnis einige Einbußen seien
durch Restrukturierung und Neuakquisitionen ausgeglichen worden. Zudem rechnet auch er mit einer im Vergleich zum Vorjahr unveränderten Dividende je Aktie in Höhe von 1,50 Euro für 2009.
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