Es sei wohl eher die Hoffnung auf Folgeaufträge, als der Auftrag an sich, erklärte ein Händler den Anstieg des Dax-Titels von zeitweise mehr als sechs Prozent. Ein anderer pflichtete bei. Der Auftrag für 6,5 Millionen Chips jährlich werde vollkommen überschätzt, weil die Chips wenig kosten. Zu einem nennenswerten Umsatzbeitrag werde es deshalb gar nicht kommen.
Ausgelöst wurde die Euphorie von der Entscheidung der chinesischen Regierung, die neuen elektronischen Reisepässe seiner Bürger mit Chips des Münchner Infineon-Konzerns auszurüsten. Das Unternehmen werde Chips für mindestens die Hälfte aller neuen chinesischen Reisepässe liefern, teilte Infineon am Mittag mit. Ab dem kommenden Quartal plane das Land jährlich 6,5 Millionen der neuen elektronischen Pässe auszugeben.
Nur ein Euro pro Stück
Auf ihnen sind die gedruckten Angaben wie Name oder Bild des Inhabers auch elektronisch gespeichert und abrufbar. Bei geschätzten 1,2 Milliarden Einwohnern Chinas ist das Potenzial natürlich gewaltig, auch wenn natürlich nicht alle Chinesen mit dem neuen Pass ausgestattet werden.
Vorerst wird der prestigeträchtige Auftrag allerdings kein Riesengeschäft für Infineon. Die eingesetzten Chips kosten weniger als einen Euro pro Stück.
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