Künftig sollen aber auch mit massentauglicheren Produkten weitere Patientenkreise erreicht werden. "Wir wollen, dass unsere Aktie das hält, was der Name Pulsion auch verspricht", kündigte der Finanzvorstand an.
Mit einem ungewöhnlichen Eingangsstatement eröffnete der Finanzvorstand von Pulsion seinen Vortrag: "Vor genau einem Jahr ging es uns nicht ganz so gut. Mittlerweile ist die Lage aber schon besser", erklärte Frank Posnanski vor den interessierten Investoren. Die zurückhaltend klingenden Worte waren aber eigentlich ganz anders zu interpretieren: Denn Posnanski ist erst seit Mitte 2008 bei Pulsion und zog sogleich die "Reißleine". Kernbotschaft dieser Aussage war: Mit ihm solle es für den Medizintechniker wieder aufwärts gehen. Zuvor sei zu viel an den Umsatz und zu wenig an das Ergebnis gedacht worden.
Und die Zahlen, die Posnanski im Namen des Münchner Unternehmens jetzt vorlegen kann, geben auch Anlass zum Selbstbewusstsein: So erwirtschaftete Pulsion im dritten Quartal 2009 einen Umsatz von sieben Millionen Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von einer Million Euro gegenüber 6,5 Millionen Euro Umsatz und einem Verlust von 200.000 Euro im Vorjahresquartal.
Das Prinzip "Rasierer und Klinge"
Die Aussichten für das laufende Jahr seien so gut, dass das 140 Mitarbeiter starke Unternehmen seine Gewinnprognose auf mindestens 2,9 Millionen Euro aufstocke. Dazu beigetragen hat vor allem der Vertrieb der Picco-Technologie, des Kernprodukts von Pulsion. Das weitgehend konkurrenzlose Produkt vereinfacht die Überwachung und Behandlung von Herzkreislaufpatienten und verkürzt deren Krankenhausaufenthalt.
"Der Erfolg unseres Geschäftsmodells basiert auf dem Prinzip von Rasierer und Klingen. Wir verdienen nicht nur am Gerätevertrieb, sondern auch am Nachkauf von Einmalartikeln wie Kathetern oder Sonden", erklärte Posnanski. Unterstützung im Marketing und Vertrieb findet Puslion bei strategischen Partnern wie General Electric oder Philips.
Machtkampf im Hintergrund
Der Pulsion-Finanzchef knüpfte den weiteren Erfolgsweg aber auch an Bedingungen. Weil die Patientengruppen für Picco sehr überschaubar seien, müssten neben Verbesserungen im Vertrieb auch weitere Produkte für größere Gruppen erschlossen werden. Auf diesem Wege solle zum Beispiel das so genannte "photo-dynamic-eye" im Bereich der Neurochirurgie und Augenheilkunde helfen. Bei diesem optischen Verfahren wird eine Flüssigkeit namens "IndoCyanine Green" in die Vene injiziert und zum Leuchten gebracht. So sei eine schnelle Untersuchung möglich.
Zum andauernden Machtkampf bei Pulsion hielt sich Posnanski allerdings zurück. So kam es bereits in der Vergangenheit zum Schlagabtausch zwischen Großaktionär und Ex-Vorstandschef Burkhard Wittek und dem vor Kurzem abberufenen Aufsichtsratschef Michael Bourjau. Die Aktionäre treffen sich am kommenden Montag auf der Hauptversammlung, um über das weitere Vorgehen zu verhandeln. Ergebnis: Offen.
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