Im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Juni) stieg der Konzernumsatz um vier Prozent auf 19,17 Milliarden Euro. Wie angekündigt, war das der erste Umsatzzuwachs im Jahresvergleich seit dem Schlussquartal 2008/09.
Das Sektorenergebnis, das die Ergebnisse der drei Kerngeschäftsfelder Industrie, Energie und Gesundheit zusammenfasst, sprang um 40 Prozent auf 2,331 Milliarden Euro. Unterm dem Strich steht ein Quartalsgewinn von 1,435 Milliarden Euro - neun Prozent mehr als vor einem Jahr.
Auftragsbestand auf Rekordniveau
Die Neuaufträge legten um 22 Prozent auf 20,87 Milliarden Euro zu. Damit summierte sich der Auftragsbestand auf 89 Milliarden Euro, den höchsten jemals erreichten Wert.
Mit seinem Zahlenwerk ließ Siemens die Erwartungen der Analysten deutlich hinter sich. Dennoch fiel die Siemens-Aktie nach einem starken Handelsauftakt zurück und reihte sich sogar ins Feld der Dax-Verlierer ein.
Rekordprognose bekräftigt
An der Prognose für das gesamte Geschäftsjahr halten die Münchner weiter fest, nachdem diese erst zur Jahresmitte angehoben wurde. Beim Sektorenergebnis will Siemens besser als im Vorjahr abschneiden und somit mehr als 7,5 Milliarden Euro einfahren. Die Sektoren hätten im dritten Quartal "das beste Ergebnis aller Zeiten" erzielt, sagte Vorstandschef Peter Löscher, und würden "das Vorjahr deutlich übertreffen".
Nachdem sich das Sektorenergebnis in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres bereits auf 6,7 Milliarden Euro summiert, fehlen dem Konzern zur Erfüllung seiner Prognose nur noch 800 Millionen Euro, die bis Ende September erreicht werden müssten.
SIS weiter verlustreich
Bemerkenswert ist dabei, dass der Konzern immer noch von einem Erlösschwund im mittleren einstelligen Prozentbereich ausgeht. Die Erklärung liegt in dem radikalen Sparkurs seit Ende 2007, dem insgesamt rund 17.000 Stellen zum Opfer fielen.
In der IT-Sparte SIS geht der Stellenabbau weiter, was das Nettoergebnis auch in den kommenden Quartalen erheblich belasten wird. Die vor Abspaltung stehende Sparte schrieb auch im dritten Quartal rote Zahlen und verlor 81 Millionen Euro.
Erneuerbare Energien boomen
Siemens profitiert wie seine Konkurrenten General Electric, ABB und Philips von der globalen Erholung der Märkte für Industrieausrüstung und Energietechnik. Den höchsten Auftragseingang verbuchte dabei das Geschäft mit erneuerbaren Energien. Zuletzt hatte das deutsche Technologieflaggschiff beispielsweise für seine Windkraftanlagen eine ganze Reihe von größeren Aufträgen an Land gezogen. Größter Gewinnbringer blieb aber das Geschäft mit den klassischen fossilen Kraftwerken.
Den größten Auftragszuwachs verbuchte Siemens in den USA. Dort zog das Bestellvolumen um gut die Hälfte an. Die kräftige Wirtschaftsbelebung in Deutschland schlug sich in einem Auftragsplus von 45 Prozent nieder. Aus China wurden gut ein Drittel mehr Siemens-Produkte und Dienstleistungen geordert.
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