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Analyse & Strategie: Konjunktur


30.07.2010 16:10
USA expandieren langsamer
Das Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt hat sich im zweiten Quartal spürbar abgeschwächt. Die Anleger reagierten zunächst verunsichert. Bessere Signale gibt es aus Chicago und Michigan.
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Der Dax rutschte nach der ersten Meldung um mehr als ein Prozent auf 6.059 Punkte ab. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kletterte im Zeitraum von April bis Juni nach einer ersten Schätzung auf das Jahr hochgerechnet nur um 2,4 Prozent. Das hat das US-Handelsministerium errechnet. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Plus von 2,5 Prozent gerechnet.

Für das Vorquartal war von den amerikanischen Statistikern zuletzt in der turnusgemäßen dritten Schätzung noch ein Wachstum von 3,7 Prozent ausgewiesen worden. Die zweite Schätzung für das erste Quartal hatte noch bei 2,7 Prozent gelegen.

Mit zum Abschwung trugen offenbar zögerliche Konsumenten bei. Die Verbraucherausgaben expandierten demnach nur noch um 1,6 Prozent – nach 1,9 Prozent im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Laut Schätzungen hängen 70 Prozent der Wirtschaftentwicklung in den Vereinigten Staaten von der Ausgabefreudigkeit der Konsumenten ab.

Die Welt kauft zu wenig US-Waren
Auch die Exporte enttäuschten. Der Außenhandel bremste das Wachstum um rund 2,8 Prozentpunkte und damit so stark wie seit 1982 nicht mehr. Hier dürfte sich neben der generellen Exportschwäche der USA auch der im zweiten Quartal wiedererstarkte US-Dollar negativ bemerkbar gemacht haben.

Bereits in seinem jüngsten Konjunkturbericht, dem Beige Book, hatte US-Notenbankchef Ben Bernanke von ungewöhnlich unsicheren Aussichten für die Wirtschaft berichtet. Dass die Fed der Entwicklung nicht traut, zeigt auch die Leitzinsentwicklung. Noch immer liegt der entscheidende Leitzins auf dem historischen Tiefststand von null bis 0,25 Prozent.

Ein gewisser Trost war immerhin der Einkaufsmanagerindex der Region Chicago, der überraschend von 59,1 Punkten im Juni auf 62,3 Zähler kletterte. Die Prognosen lagen hingegen bei 56,5 Punkten. Der von der Universität in Michigan ermittelte Konsumklimaindex ging zudem im Juli nicht so stark zurück wie in der ersten Schätzung berechnet. Nach 76,0 Punkten im Vormonat lag er im Juli bei 67,8 Zählern und damit über der ersten Schätzung von 66,5 Punkten. Nach dieser Mitteilung schaffte es Dax wieder ins Plus.

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