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Meldung 12.02.2010 17:33
Wie spekuliert man gegen Griechenland?
Den Spekulationen auf die Pleite Griechenlands einen Riegel vorschieben: Das ist das erklärte Ziel der EU bei ihrer Ankündigung, den schwächelnden Hellenen unter die Arme zu greifen. Wie aber funktioniert denn eine solche Spekulation?
Griechenland benötigt Geld. Viel Geld. Die Steuereinnahmen reichen schon lange nicht mehr, alternative Geldquellen müssen her. Ein einfaches wie effizientes und erprobtes Instrument zur kurzfristigen Geldbeschaffung ist das Emittieren einer Anleihe, oder genauer gesagt einer Staatsanleihe. Griechenland leiht sich damit Geld und verspricht dem Käufer der Anleihe Zinsen für dessen Engagement. Je unsicherer der Schuldner, desto höher die Zinsen. Die Zinsen, die Griechenland zur Zeit zahlen muss, sind hoch.

Grüße aus Argentinien
Und könnten weiter steigen, wenn der Schulterschluss der EU mit Griechenland nicht eng genug ausfällt. Dass die Zinsen dann immer höher steigen, wäre nicht schön, aber ein verkraftbares Risiko. Richtig unangenehm für die Griechen würde es erst, wenn niemand mehr ihre Staatsanleihen kaufen würde, auch wenn deren Verzinsung längst zweistellig ist - Argentinien lässt von Ferne grüßen.
Viel realer ist aber erst einmal eine andere Spekulation, bei der das im Zusammenhang mit der "Heuschrecken-Debatte" stark strapazierte Wort der Leerverkäufe wieder zum Einsatz kommt.

Wie bei Aktien können Anleger Staatsanleihen auch verkaufen, obwohl ihnen diese gar nicht gehören. Sie müssen sich nur verpflichten, die Anleihen zu einem vereinbarten Zeitpunkt und zu einem vereinbarten Preis zurückzukaufen. Die Spekulation des Verkäufers – obwohl er die Staatsanleihe noch gar nicht hat: Er hofft, dass der Preis fällt und er zum vereinbarten Termin weniger bezahlen muss als im Moment. Aus genau dieser Differenz zieht er seinen Gewinn.
Solidarität ist Gift für Leerverkäufer
Der Trick: Denn auch durch diese Leerverkäufe, die eigentlich gar keine richtigen sind, fallen die Kurse, egal ob der Käufer die Anleihe hat oder nicht. Wenn immer mehr Käufer Angst haben, dass sie ihr Geld nicht mehr zurückbekommen, haben sie kein Vertrauen mehr und der Preis fällt. Beruhigende Worte der EU, man würde Griechenland nicht fallen lassen, sind Gift für eine Spekulation auf Basis von Leerverkäufen.
rm
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